- Narzissmus wird im Alltag oft inflationär verwendet, doch nur etwa 0,5 % der deutschen Bevölkerung leidet tatsächlich an einer narzisstischen Persönlichkeitsstörung.
- Narzissten zeichnen sich durch übersteigertes Selbstwertgefühl, mangelnde Empathie und ein ständiges Verlangen nach Bewunderung aus.
- In Beziehungen verhalten sich Narzissten rücksichtslos und nutzen andere primär für den eigenen Vorteil.
- Ihr selbstsicheres Auftreten ist oft eine Fassade – Kritik kann ihr labiles Selbstbild schnell zum Einsturz bringen.
- Typische Merkmale sind Arroganz, Grössenfantasien und ein tief verankertes Muster an Egozentrik.
Mit dem Begriff “Narzissmus” begegnet einem heutzutage nicht selten, vor allem in den Medien – und dies scheinbar in beliebigen Kontexten. Es entsteht teilweise sogar der Eindruck, dass mit dem Wort geradezu um sich geworfen wird. Aber was verbirgt sich hinter einer narzisstischen Persönlichkeitsstörung tatsächlich? Wie äussert sie sich und welche Eigenschaften haben Menschen mit einer solchen Persönlichkeitsstörung?
Narzissmus – Erklärung & Überblick
Im Alltag fällt der Begriff “Narzissmus” häufig im Zusammenhang mit selbstbezogenen, egozentrischen Menschen. Narzissmus am Arbeitsplatz, in der Familie oder der Liebesbeziehung – er scheint überall zu sein. Doch nicht alle Menschen, die sich in den Mittelpunkt stellen und negativ auf Kritik reagieren, haben tatsächlich auch eine narzisstische Persönlichkeitsstörung. In Deutschland leidet rund 9,5 Prozent der Bevölkerung an einer Persönlichkeitsstörung. Eine narzisstische Persönlichkeitsstörung kommt bei etwa 0,5 Prozent der Bevölkerung vor.
Die narzisstische Persönlichkeitsstörung ist gekennzeichnet durch ein tief verankertes Muster von Grossartigkeit in Bezug auf die eigene Person. Eine narzisstische Persönlichkeit verlangt daher kontinuierlich nach Bewunderung und zeigt zugleich ein Defizit an Empathie und Einfühlungsvermögen gegenüber anderen auf. Von der Persönlichkeitsstörung Betroffene verfügen somit über ein übersteigertes Selbstwertgefühl, das sowohl zu einer Überbewertung als auch zu einer Überbetonung eigener Leistungen und Fähigkeiten führt.
Das Wesen eines Narzissten
Menschen mit einer narzisstischen Persönlichkeitsstörung konzentrieren sich ausschliesslich auf sich selbst. Das bereits angesprochene, übersteigerte Selbstwertgefühl tragen sie zwar auch nach aussen, jedoch fällt dieses häufig wie ein wackeliges Kartenhaus in sich zusammen, wenn sie mit Kritik konfrontiert werden. Da der typische übertriebene Geltungsanspruch ständige Bewunderung durch das Umfeld benötigt, wirken Narzissten auf selbiges nicht selten etwas prahlerisch oder sogar grössenwahnsinnig. Sie fantasieren über Schönheit, Macht, vollkommene Liebe, Erfolg und Brillanz und merken selbst nicht, wie viele Stunden sie täglich in Tagträumen verbringen.
In zwischenmenschlichen Beziehungen zeigen sich Narzissten rücksichtslos und unsensibel. Die Gefühle, Bedürfnisse oder Wünsche ihrer Mitmenschen sind ihnen egal. Sie erhoffen sich von Beziehungen vor allem eines: Profit. Durch ihren Auftritt und ihr Verhalten wirken sie auf ihre Mitmenschen nicht selten überheblich und arrogant.
Narzisstisches Verhalten
Personen, die an einer narzisstischen Persönlichkeitsstörung leiden, zeigen im Alltag folgende typische Verhaltensweisen:
- Ausbeuten: Narzissten suchen in allem, was sie tun, nach einem persönlichen Nutzen. Im beruflichen Alltag zeigen sie dieses Verhalten ebenso wie in ihrem sozialen Umfeld. Wenn ein Narzisst das Gefühl hat, dass ihm eine Beziehung keinen Gewinn mehr bringt, dann beendet er sie, ohne mit der Wimper zu zucken.
- Nicht zuhören: Ein Narzisst kümmert sich einzig und allein um seine persönlichen Interessen. Er steht in seinem Universum im Mittelpunkt und hat kein Bedürfnis danach, sich auf die Wünsche seiner Mitmenschen einzustellen. Deshalb ist er auch nicht in der Lage zuzuhören, wenn er nicht im Zentrum des Gesprächs steht.
- Hohe Leistungsbereitschaft: Der Narzisst zieht seinen Selbstwert aus dem Lob und der Anerkennung durch andere. Er hat einen starken Führungswillen und schreckt auch vor schwierigen Entscheidungen nicht zurück. Seine hohen Ansprüche an sein Ansehen und seinen Lebensstandard steigern seine Leistungsbereitschaft ins Unermessliche.
- Kontrollieren: Ein Narzisst versucht verzweifelt, sein inneres Kartenhaus nicht zusammenstürzen zu lassen. Deshalb ist er in zwischenmenschlichen Beziehungen stets darum bemüht, die Situation zu kontrollieren, um es nicht zur Kritik an ihm kommen zu lassen. Sein Selbstbild und Geltungsanspruch sind unantastbar. Die Kontrolle über seine Mitmenschen nimmt krankhafte Züge an. Der Narzisst entscheidet, welche Kleidung die andere Person zu tragen hat, welche Frisur ihr steht oder was sie zu Essen bestellen soll.
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Es handelt sich um eine psychische Störung, die durch ein übersteigertes Selbstwertgefühl, mangelnde Empathie und ein starkes Verlangen nach Bewunderung gekennzeichnet ist. Betroffene überbewerten ihre eigenen Leistungen und Fähigkeiten.
In Deutschland leidet rund 9,5 % der Bevölkerung an einer Persönlichkeitsstörung insgesamt. Die narzisstische Persönlichkeitsstörung betrifft dabei etwa 0,5 % der Bevölkerung.
In zwischenmenschlichen Beziehungen sind Narzissten rücksichtslos und unsensibel. Die Gefühle und Bedürfnisse anderer interessieren sie kaum – sie suchen in Beziehungen vor allem den eigenen Profit.
Nein. Nicht jeder Mensch, der sich in den Mittelpunkt stellt oder empfindlich auf Kritik reagiert, leidet automatisch an einer narzisstischen Persönlichkeitsstörung. Die Diagnose erfordert ein tief verankertes Muster bestimmter Verhaltensweisen.
Ihr übertriebener Geltungsanspruch erfordert ständige Bewunderung durch das Umfeld. Gleichzeitig fantasieren sie über Macht, Erfolg und Grösse, was von aussen schnell als Arroganz oder Grössenwahn wahrgenommen wird.